Café Julius im Schocken
Events
Bei uns erwartet Sie ein vielfältiges Programm mit regelmäßig wechselnden Veranstaltungen.
2026 – bis Mitte März
Dauerinstallation: Shrine of Hope
In einem quadratischen, goldenen Schrein — umgeben von hohen, getrockneten Samenständen der Pflanze namens Lapsana — liegen 55 goldfarbene Blätter. Bedruckt sind sie mit Texten von Jugendlichen zwischen 13 und 18, die sich Gedanken zum Thema ‘Würde’ gemacht haben.
Die Düsseldorfer Künstlerin Katharina Gun Oehlert hat ihnen drei spezifische Fragen gestellt … am 15. März 2025 — es war der Vorabend von Julius Sommerfelds 85. Todestag — wurde der Shrine of Hope bei einer feierlichen Vernissage eingeweiht. Er wird bis zum Jahresende im Café zu sehen sein.
Mehr Informationen zum Shrine of Hope im Flyer zur Dauerinstallation und im Zeitungsartikel „Es geht um die Würde“.
Rückblick
Frühere Events
21. Dezember 2025 | 14:00 Uhr
P R E M I E R E: Sommerfeld. Litten. X.
ein Hör.Escape-Game mit Musik, Leckereien und Gesprächen
Wir laden ein, in die Geschichte von Julius Sommerfeld und Heinz Litten einzutauchen – und Figuren zu begegnen, die ins Chemnitz der 1920er Jahre, der Zeit des NS-Regimes und bis in die Gegenwart führen. Und zu einer Begegnung mit sich selbst.
An diesem Tag wird gespielt, gehört, gerätselt und auch das Ende des Chanukka-Festes gefeiert.
Mit Musik, Leckereien und Gesprächen. Wir freuen uns auf das ORCHESTER SHLOMO GEISTREICH Trio und Gespräche mit Nirit Sommerfeld, Patricia Litten und den Gestalter*innen des Spiels “Sommerfeld, Litten. X.”
Eintritt ist frei.
20. Dezember 2025 | 19:00 Uhr
JIDDISCHE WEIHNACHT – vom Brückenbauen und Weitermachen
ein literarisch-musikalischer Vorweihnachtsabend mit NIRIT& ORCHESTER SHLOMO GEISTREICH
Haben Juden eine Weihnachtsbaum? Und warum essen sie zu Chanukka in Öl gebackene Speisen? Fragen über Fragen, die wir beantworten wollen durch die Erinnerungen des Julius Sommerfeld, die seine Enkelin Nirit für ihn erdacht hat.
Sie bilden den Auftakt zu einer musikalisch-literarischen Reise, die in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg beginnt und bis ins heutige Israel führt, und in der sich alles um die Verflechtung des jüdischen Chanukka-Festes mit Weihnachten dreht.
Im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts war es für Juden selbstverständlich, das deutsche `Volksfest‘ Weihnachten neben dem jüdischen Chanukka-Fest als Weihnukka mitzufeiern. Auch in Amerika wurden in jüdischen Häusern Weihnachtsbäume aufgestellt und mit Davidsternen dekoriert, es wurde von Christmukka gesprochen. Die ausgewählten Geschichten in der ‚Jiddischen Weihnacht‘, von Helmut Becker einfühlsam und intensiv gelesen, belegen dies eindrucksvoll. Sie erzählen von der unvermeidlichen, weil menschlichen Vereinigung scheinbarer Widersprüche, von der Vermischung von Kulturen und Bräuchen, die je nach Zeitgeschehen bereichernd oder tödlich sein konnten. Sie alle sind autobiografisch – und wo sie nicht ganz wahr sind, sind sie phantasievoll ausgemalt.
mit Nirit Sommerfeld (Erzählung, Gesang), Andi Arnold (Klarinette), Pit Holzapfel (Gitarre, Posaune), Christian Schantz (Bass)
Als Gäste: Helmut Becker (Erzähler), Andreas Winkler (Violine), Stella Sommerfeld (Lesung)
Eintritt: 20 € / erm. 15 € inkl. kleine kulinarische Überraschung
Reservierung: cafe@julius-im-schocken.de
mit freundlicher Unterstützung von Tage der jüdischen Kultur e.V.
11. Dezember 2025 | 18:15 Uhr
Eske Bockelmann: Das Geld
Was sie noch nie über Geld wissen wollten, aber endlich einmal fragen müssten. Geld regiert – aber warum? Und seit wann? Und wie lange noch? Eske Bockelmann gibt an diesem Abend Antwort.
Geld regiert die Welt, und die von ihm regierte Welt droht in einer Katastrophe zu enden – sozial und ökologisch. Doch warum bestimmt das Geld überhaupt über den Lauf der Welt? Worin besteht seine Herrschaft, dass selbst die mächtigsten Regierungen vor ihm strammstehen und wir uns kaum vorstellen können, dass es je anders gewesen sein könnte? In seiner grandiosen Schilderung, wie das Geld in die Welt kam, zeigt Eske Bockelmann entgegen den heute gängigen Überzeugungen, dass sich dieses besondere Tauschmittel erst im Europa des Spätmittelalters durchgesetzt hat.
Ein Abend der ein neues, tieferes Verständnis der Zwänge und der Allmacht des Geldes verspricht und so auch eine Perspektive auf eine zukünftige Welt, in der das Geld der Vergangenheit angehören könnte!
Eske Bockelmann, 1957 in Friedrichshafen geboren, ist klassischer Philologe und Germanist. Er wurde promoviert an der Universität München und habilitiert an der TU Chemnitz, wo er seit 1994 arbeitet. Von ihm erschien 2004 Im Takt des Geldes. Zur Genese modernen Denkens, 2020 seine epochale Studie Geld. Was es ist, das uns beherrscht.
13. November 2025 | 18:15 Uhr
Essay: Fiktive Grenzverletzungen
Zusammenhänge von Shoa, Nakba, Holocaust erzählen von Ruben Schenzle
Aus dem Klappentext:
Wer sich heute um einen verantwortungsvollen Umgang mit Erinnerung unter Deutschen, Israelis und Palästinenser: innen bemüht, begibt sich auf tückisches Terrain. Wie ein Bermudadreieck stecken die jeweiligen Bezugspunkte – Shoa, Nakba, Holocaust – einen Bereich ab, in dem uns die Orientierung verloren geht. Mit der Kraft der Fiktion von jeweils sechs Autorinnen und Autoren aus Israel und Palästina setzt dieser essayistische Streifzug Shoa, Nakba, Holocaust neu miteinander in Beziehung.
Fotos ist © Sebastian Schieder
06. November 2025 | 18:15 Uhr
Lesung: Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid von Ruth Hörnlein
Ein Medaillon und ein altes Schwarz-Weiß-Foto sind das Erbe, das Henny Maxrath von ihrer verstorbenen Nachbarin Esther Seehagen erhält. „Für Esther“ lautet die Inschrift im Deckel des Schmuckstücks, und auf der Rückseite der Fotografie befindet sich eine rätselhafte Botschaft: Ein großes Unrecht ist geschehen. Rette meine Seele!
Hennys Neugierde ist geweckt. Auf Esthers Spuren reist sie nach Waldenburg in Sachsen. Unerwartet erhält sie Unterstützung von Daniel Winter, der selbst eine besondere Beziehung zum Ort von Esthers Jugend zu besitzen scheint. Gemeinsam tauchen sie tief in das Geheimnis der Verstorbenen ein …
Mit „Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid“ präsentiert Ruth Hörnlein einen kraftvollen, hochatmosphärischer Debütroman über die Geister der Vergangenheit und das Rätsel der Identität.
Ruth Hörnlein, 1978 in Erfurt geboren, ist seit Abschluss ihres Studiums der Angewandten Medienwissenschaft in der Filmbranche tätig. Seit 2004 lebt sie in Regensburg. Die Geschichten ihrer Familie, die aus Thüringen, Sachsen und Schlesien stammt, faszinieren sie seit ihrer Kindheit.
Bis Sonntag, 02.11.2025
Vernissage: POZOR! Der fremde Blick
Die Fotoausstellung „POZOR!“ von Jana Hunterová und Wolfgang Sréter zeigt Fotografien entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Spannend ist dabei, dass Wolfgang Sréter die Bilder auf der deutschen Seite aufgenommen hat, während Jana Hunterová auf der tschechischen Seite fotografierte.
Die Fotografien werden noch bis Mitte Oktober im Café JULIUS IM SCHOCKEN zu sehen sein.
16. Oktober 2025 | 18:15 Uhr
im Raum Mendelsohn (EG neben der Terrasse)
„Ich bin der Tote, der durch jene Zeiten schritt.“
Vortrag zu dem französischen surrealistischen Dichter Robert Desnos (1900—1945)
von Norbert Haase
Vor 125 Jahren wurde der französische surrealistische Dichter Robert Desnos in Paris geboren. Vor achtzig Jahren starb er in Theresienstadt an den Folgen der Lagerhaft, die ihn auch über Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg nach Flöha bei Chemnitz führte. Die Jahrestage im Kulturhauptstadtjahr 2025 bieten Anlass an Robert Desnos zu erinnern. Viele Schulkinder in Frankreich kennen seinen Namen, seine Gedichte sind bis in die Gegenwart populär. Trotz seiner Bedeutung für die französische Kultur und seiner vielfältigen Bezüge zu internationalen, auch deutschen Künstlern seiner Zeit wie André Breton, Max Ernst, Pablo Picasso oder Kurt Weill, ist er hierzulade wenig bekannt, beinahe vergessen.
Der Dresdner Historiker Norbert Haase zeichnet den Weg dieses außergewöhnlichen Künstlers nach, von seinem Mitwirken im Kreis der französischen Surrealisten im Paris der 1920er Jahre über seine journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeiten vor und während des Zweiten Weltkrieges bis hin zu seiner Mitwirkung in der französischen Résistance. Dabei wird auch sein Leidensweg in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern beleuchtet. Desnos´ sterbliche Überreste wurden 1945 von der Tschechoslowakei nach Frankreich überführt und auf dem Friedhof Montparnasse bestattet. 1946 wird er posthum mit der Medaille der französischen Résistance ausgezeichnet, in Großbritannien als „Kämpfer für die Freiheit Europas“ geehrt.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten (Betreff: Anmeldung zum Vortrag von Norbert Haase)
09. Oktober 2025 | 18:15 Uhr
Konzert: Lili Sommerfeld
Die Sängerin und Chorleiterin Lili Sommerfeld begann bereits im Alter von vier Jahren, am Klavier ihre eigenen Kompositionen zu spielen. Am Berklee College of Music in Boston studierte sie mit einem Stipendium, bevor sie in Berlin ihren Popchor Klangwerk 306 gründete, den sie seit 16 Jahren erfolgreich leitet. Als „deutsche Antwort auf Adele“ (SZ) begeistert sie ihr Publikum auf kleinen und großen Bühnen mit ihrer souligen, kraftvollen Stimme und ihrer explosiven Bühnenpräsenz. Mit ihren Programmen „Diva’s Night“, „Divas at the Movies“ und „Pure Diva“ kreuzt sie weltweit als Gastkünstlerin auf allen Ozeanen. In Chemnitz ist sie bisher einmal 2023 mit ihrer Mutter Nirit und dem Programm „Wir sind da“ aufgetreten.
Eintritt frei
25. September 2025 | 17:00 – 18:00 Uhr
Von Grenzen und Grenzerfahrungen
Lesung der Hobbyautoren des AGIUA e.V sowie des 1. Chemnitzer Autorenvereins
Gemeinsam mit dem 1. Chemnitzer Autorenverein und dem Kurs „Kreatives Schreiben“ des Hauses der Kulturen (AGIUA e.V.) laden wir Sie zu einem besonderen literarischen Erlebnis in das internationale Café JULIUS IM SCHOCKEN ein. Genießen Sie inspirierende und poetische Texte von Menschen mit unterschiedlichsten Wurzeln und überraschenden Perspektiven zu persönlichen oder universellen Grenzen und Grenzerfahrungen. Seien Sie dabei und lassen Sie sich von der Kraft der Worte, der Begegnung und des kreativen Austauschs bei unserer Lesung verzaubern. Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Wochen Chemnitz.
12. September 2025 | 16:30 bis 17:30 Uhr
Lesung mit Musik
Im Rahmen des Stefan-Heym-Lesetags, der in ganz Chemnitz stattfindet, liest Nirit Sommerfeld aus dem literarischen Werk von Stefan Heym. Mit dem Titel „Nie wieder Krieg“ schrieb der 16-jährige Heym ein Gedicht gegen Krieg und Gewalt, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Musikalisch begleitet wird die Lesung von Ludwig Streng, der die Gedichte Heyms vertont. Diese werden gemeinsam mit Sabine Kühnrich gesungen.
Alle Lesungen stehen in diesem Überblick (PDF).
11. September 2025 | 18:00 Uhr
Klaviermusik: Richard Haubold
Gelegentlich spielt Richard Haubold einfach das, was er selbst mit seiner Umgebung, dem Vibe, oder dem Ambiente verbindet. Sei es eine Improvisation oder auch einmal ein Stück der Klassik. Sei es Jazz oder sogar Britpop.
Er sagt selbst, er spiele die „Classiker – von Jazz, Klassik bis hin zum Indiepop“.
Wir freuen uns!
Der Eintritt ist frei.
Samstag, 2. August 2025 | 15:30 Uhr
Buchvorstellung: Beduinenmilch
Nirit Sommerfeld, 1961 in Eilat geboren, ist eine deutsch-israelische Schauspielerin und Sängerin. Sie ist Mitbegründerin des »Bündnisses für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern« und betreibt in Chemnitz das Café JULIUS IM SCHOCKEN. BEDUINENMILCH ist ihr Debütroman.
Anschließend ist Nirit Sommerfeld im Gespräch mit dem Verleger Norbert Treuheit.
Aus dem Inhalt:
Sommer 2014: Talia, fast 18, hat sich fest vorgenommen, ihren Militärdienst zu leisten – in Israel. Dem Land, dem sie sich tief verbunden fühlt, obwohl sie mit ihren Eltern in Berlin lebt. Endlich will sie in ihrem Geburtsland allein über ihre Zukunft bestimmen, will dazugehören zu ihrer großen Familie, eine sinnvolle Aufgabe übernehmen und Teil der israelischen Gesellschaft und Verteidigung werden. Vor Ort in Tel Aviv trifft die junge Deutsch-Israelin auf eine völlig andere Welt und erlebt Dinge, die sie verwirren und die sich nicht mit ihrer bisherigen Sicht auf die Lage in ihrer Heimat vereinbaren lassen. Sie sieht, wie nah der Krieg in Gaza ist, lernt Aktivisten der Friedensbewegung kennen und trifft den Palästinenser Haytham.
Nach und nach zweifelt Talia an ihren Überzeugungen und gerät nicht nur in einen Gewissenskonflikt, sondern auch in Lebensgefahr. Trotzdem weiß sie, dass Israel das Land ist, in dem sie leben möchte. Am Ende trifft die junge Frau eine mutige Entscheidung, die für sie weitreichende Folgen hat.
26./27./28./29. Juni 2025 | jeweils um 12:00 Uhr
ODYSSEE in C
Eine Tanz-Entdeckungsreise in Chemnitz
16 Kapitel enthält die Tanz-Entdeckungsreise „ODYSSEE in C“, die an vier Tagen in Chemnitz zu sehen ist.
Das 7. Kapitel, das den Namen „Äolus“ trägt, können Sie von der Terrasse des Café JULIUS IM SCHOCKEN aus bei einem Getränk oder einer Leckerei genießen, denn der Tanz spielt sich in luftiger Höhe über dem Parkplatz hinter dem smac ab.
Dauer: ca. 20-30 min
26. Juni 2025 | 18:15 Uhr
Klavierabend mit Jeffrey Goldberg und Maximilian Oehlschläger
Ein Flügel und vier Hände
Musik verbindet — auch die beiden höchst unterschiedlichen Musiker Dr. Jeffrey Goldberg und Maximilian Oehlschläger.
Der international renommierte Pianist, Dirigent, Komponist und Improvisationslehrer Jeffrey Goldberg arbeitete u. a. mit Leonard Bernstein und Bobby McFerrin zusammen. Seine Bandbreite an musikalischen Genres reicht von Kompositionen für Klangheilen, Crossover und Multimedia Events bis hin zu Auftragsarbeiten für Oper und Ballett. Seit 2009 ist er an der Oper Chemnitz engagiert und hat zahlreiche Produktionen als musikalischer Leiter begleitet. Als Pianist beglückt er das Chemnitzer Publikum mehrmals im Jahr mit seinen Konzertformaten Goldberg-Improvisationen sowie Goldberg & Friends.
Der Architekturstudent und Hobbymusiker Maximilian Oehlschläger begann seine klassische Klavierausbildung in seinem 6. Lebensjahr bei der deutsch-russischen Pianistin Angelika Smyschlajew. 2019 begegneten sich Jeffrey und Maximilian erstmals im Rahmen eines Konzertes, dessen Ziel es war, einen Profi- und einen Hobbymusiker gemeinsam musizieren zu lassen. Seither verbindet die beiden eine enge Freundschaft und sie finden immer wieder Gelegenheit für gemeinsame Konzerte, in denen sie ihr vielfältiges vierhändiges Repertoire unterschiedlicher musikalischer Genres von Klassik, Jazz bis hin zu experimentellen Improvisationen präsentieren.
Das Pianohaus Hofmann stellt eigens einen Flügel für dieses Event ins Café Julius.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten (Betreff: Anmeldung zum Konzert mit Jeffrey und Max)
19. Juni 2025 | 19:00 Uhr
Lesung und Gespräch mit Tomer Dotan-Dreyfus aus „Birobidschan“
Sibirien, 1908. Ein Knall erschüttert den sibirischen Wald Tunguska. Zwei Jahrzehnte später plant Stalin eine jüdisch-sozialistische Autonomie an der Grenze zu China: Birobidschan. Was als stalinistisches Experiment der 1930er Jahre scheitert, wird in Tomer Dotan-Dreyfus’ Debütroman zum Dreh- und Angelpunkt einer funkensprühenden Geschichte: Da sind Alex und Rachel, verliebt seit Kindertagen. Boris Klayn, Fischer und Ur-Birobidschaner. Gregory und Sascha, enge Freunde, einer hat Depressionen, der andere nimmt ihn mit auf einen Roadtrip gen Tunguska. Dmitrij, der Angst vor Wölfen hat.
Das Leben in Birobidschan geht seinen Gang, die kleinen und großen Sorgen der Bewohner drehen sich fern allen Weltgeschehens – bis sich die Ereignisse überschlagen: Zwei fremde Männer und ein stummes Mädchen bringen die idyllische Gemeinschaft zum Bersten.
In »Birobidschan« erzählt Tomer Dotan-Dreyfus die so unwahrscheinliche wie charmante Geschichte eines jüdisch-sozialistischen Schtetls in Sibirien und knüpft damit an die jiddische Erzähltradition und den magischen Realismus an. Ein gewitzter Debütroman, eigenwillig und voller Fabulierlust.
Tomer Dotan-Dreyfus, 1987 in Haifa geboren, lebt seit zehn Jahren in Berlin und ist als freier Autor, Lyriker und Übersetzer tätig. Er studierte Philosophie und Komparatistik in Berlin, Wien und Paris und schreibt sowohl in hebräischer als auch in deutscher Sprache.
Für die Arbeit an »Birobidschan« erhielt er 2020 ein einjähriges Stipendium des Berliner Senats, außerdem wurde er für das Übersetzungsprogramm Jewish Writers in Translation 2021 der Jewish Book Week in London ausgewählt. Im September 2021 war er zu Gast auf dem Meridian Czernowitz International Poetry Festival in der Ukraine. 2022 erscheint sein Essay-Band »Meine Forschung zum O: Unlearning Sprache« (Gans Verlag Berlin). 2023 erschien sein Debütroman »Birobidschan« bei Voland & Quist, der für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert war.
12. Juni 2025 | 18:15 Uhr
Lesung: Albrecht Schröter
Die friedliche Revolution in Jena. Tagebuchnotizen
„7. Oktober 1989. 40. Tag der Staatsgründung. Verhangener Himmel, Regen – das zur Stimmung passende Wetter…“ Mit wenigen Pinselstrichen zeichnet der damalige Pfarrer und spätere Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter in seinem Tagebuch ein Bild von der Situation kurz vor dem Zusammenbruch der DDR. Ohne einen Gedanken an eine mögliche Veröffentlichung geschrieben, schildert das Büchlein „Die friedliche Revolution in Jena. Tagebuchnotizen, Dokumente Fotos“ (2000) tagesaktuell, authentisch und ohne Überhöhung die Ereignisse des Herbstes 1989 am Beispiel der Stadt Jena.
Ein spannender Abend sowohl für ältere Chemnitzer, die sich womöglich auch erinnern, was so los war zwischen den Demos mit Kerzen in den Händen und der Sorge vor einem möglichen Einsatz von Kampftruppen, als auch für Besucher*innen der Kulturhauptstadt, die erfahren möchten, wie man sich „im Osten“ damals gefühlt hat… bei schönem Wetter setzen wir das Gespräch ab 20 Uhr auf unserer Sommerterrasse fort.
5. Juni 2025 | 18:15 Uhr
Lesung: Aref Hajjaj
Heimatlos mit drei Heimaten — 17 Prosatexte um die Themen Mentalität und Identität, Rassismus und Vorurteile
Aref Hajjaj, gebürtiger Palästinenser, besitzt die deutsche und schweizerische Staatsbürgerschaft und trägt diese drei Heimaten in sich. Er geht der Frage nach, was die Identität eines Menschen ausmacht und welche Rolle kulturelle, ethnische und nationale Faktoren, aber auch geografische Gegebenheiten und politische Entscheidungen spielen.
Für diese Erkundungen hat der Autor ein Genre gewählt, das zwischen Essay und Erzählung changiert. Nader fungiert als Hauptfigur und gehört, wie der Autor selbst sowie die anderen Protagonisten, zu den Menschen, die in unterschiedlichen Kulturen zu Hause sind und oft mit ihrer Identität hadern.
Ein informativer und inspirierender Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Politik, der Kultur und den Religionen Europas und Vorderasiens.
30. Mai 2025 | 16:30 Uhr – Nur mit Anmeldung!
Premiere: Kulturhauptstadt-Song „GRAU WIRD BUNT“
UNTERWEGS IN SACHSEN – Das MDR Reisemagazin
Klangvolles Chemnitz – Eine Stadt gibt den Ton an
Chemnitz gibt den Ton an und ruft Prominenz auf den Plan:
Moderatorin Beate Werner und Felix Räuber, interdisziplinärer Künstler und bekannt als Sänger von „Polarkreis 18“, begeben sich auf eine akustische Erkundungsreise in die Europäische Kulturhauptstadt 2025.
Alle gesammelten Töne, Geräusche und Klänge sind am Ende Fundstücke, aus denen Felix Räuber zusammen mit dem Pianisten Justin Lehmann-Frieseeinen Chemnitz-Song komponiert. Am historischen Ort des ehemaligen Schocken-Kaufhauses kommt der Song zur Uraufführung. Gemeinsam mit Nirit Sommerfeld, Sängerin, Schauspielerin und Inhaberin des Cafés Julius im Schocken, feiert der Kulturhauptstadt-Song „GRAU WIRD BUNT“ seine Premiere.
Für die Aufnahme des Refrains des neuen Liedes sucht Räuber zu diesem Anlass den „Chor der Chemnitzer“!
Seien Sie bei der Aufzeichnung und beim Singen des Songs im Café Julius im Kaufhaus Schocken live dabei und treffen Sie Beate Werner und Felix Räuber bei einem spannenden Drehtermin.
Melden Sie sich mit folgenden Sie sich mit folgenden Daten an:
Vor- und Nachname, PLZ und Wohnort, Telefon (bitte mobile Nummer) und E-Mail-Adresse.
Bitte bestätigen Sie uns außerdem, dass Sie gefilmt werden wollen und die Rechte am Bild an den MDR abtreten. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie leider nicht an dieser Aufzeichnung teilnehmen. Wir freuen uns auf Sie.
29. Mai 2025 | 19:00 Uhr
Lesung Esther Dischereit
Musikalisch begleitet vom argentinischen Duo Tomi Tomi (Gesang, Gitarre, Bandoneon)
Tage der jüdischen Kultur e.V. präsentiert: Ein Haufen Dollarscheine
Die Frau mit dem blumengemusterten Kleid erhebt sich endlich aus ihrem Bett. In der Hitze des Zimmers bleibt ihre Vergangenheit wie in Schwaden stehen: die Vergangenheit eines versteckten jüdischen Kindes. »Immer wieder taucht jemand auf und soll zu uns gehören«, murmelt ihre Schwester. Der Thanksgiving-Truthahn in Chicago verschluckt das Schwarze Amen ihres Mannes, der für die Kinder Palästinas um Frieden betet, während am anderen Ende des Tisches mit einem weißen Amen eine Danksagung an den amerikanischen Präsidenten gesprochen wird. Der nunmehr jüdisch-orthodox bekennende Sohn nennt seine Mutter Closet-Jew. Gojische Partner*innen der zweitverheirateten Überlebenden eignen sich deren »Wiedergutmachung« an, und schließlich weigert sich auch der russische Rabbiner, das Vorkriegsgrab in Berlin-Weißensee zurückzugeben.
Das argentinische Folk Duo Tomi Tomi wird die Lesung mit einigen Stücken aus dem Kanon der zahlreichen Lieder über die „Verschwundenen“ (Desaparecidos) begleiten. Diese entstanden während und nach der Militärdiktatur in Argentinien. Die Junta verfolgte systematisch Gegnerinnen und Gegner des Regimes. Im Anschluss an die Lesung spielen Tomi Tomi noch einige eigene Songs.
Eintritt: 5€
8. Mai 2025 | 18:00 Uhr
Podiumsdiskussion zur Archäologie der NS-Zeit
Ausgraben und Erinnern
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs finden sich heute immer noch Spuren von Krieg und Zerstörung im Boden. Bei archäologischen Grabungen stoßen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf verbrannte Mauern und Kriegsschutt. Ehrenamtliche Sondengänger finden mit Hilfe von Metalldetektoren Münzen und andere metallische Gegenstände aus der Vergangenheit – darunter auch solche aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Expert:innen auf dem Podium diskutieren anlässlich des Tages der Befreiung und der Finissage der Foyeraussstellung Aus Schutt und Asche darüber, was uns die Funde über die Vergangenheit erzählen. Wie können wir heute mit dem Erbe der Vergangenheit umgehen und dieses für die Zukunft bewahren?
Podiumsgäste
- Josefine Falkenberg, Landesamt für Archäologie Sachsen
- Ronald Hirte, Gedenkstätte Buchenwald
- Dr. Anne Klammt, Hannah-Arendt-Institut Dresden
- Dr. Thomas Westphalen, Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
- Dr. Markus Pieper, Stiftung Sächsische Gedenkstätten
3 EUR, VKK an der Museumskasse
Kontakt?
Haben Sie Fragen?
Adresse
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz


